Das Programm „Retention Shifts“ bietet kleinen und mittleren Unternehmen, die die Fluktuation, den Arbeitskräftemangel und organisatorische Herausforderungen im Zusammenhang mit der Mitarbeiterbindung effektiver bewältigen möchten, kostenlose fachliche Unterstützung. Das Programm stellt eine wichtige Chance für produzierende Unternehmen dar, die in Baranya und in der Region Südtransdanubien im Mehrschichtbetrieb arbeiten.
Eine stabile, engagierte Belegschaft ist längst nicht mehr nur eine Personalangelegenheit, sondern einer der wichtigsten Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens. Dies gilt insbesondere für produzierende Unternehmen und solche, die im Mehrschichtbetrieb arbeiten, wo sich das Fehlen auch nur eines einzigen erfahrenen Mitarbeiters unmittelbar auf die Produktion, die Qualität, die Einhaltung von Terminen und die internen Abläufe auswirkt.
Die Initiative „Retention Programs“ bietet eine praktische Lösung für diese Herausforderung, indem sie den für das Programm ausgewählten kleinen und mittleren Unternehmen kostenlose fachliche Unterstützung gewährt. Ziel der Initiative ist es, sicherzustellen, dass Unternehmen nicht erst reagieren, wenn Kündigungen bereits erfolgt sind oder der Personalabbau begonnen hat, sondern rechtzeitig jene organisatorischen, führungsbezogenen und mitarbeiterbezogenen Faktoren erkennen, die die Mitarbeiterbindung langfristig schwächen.
Das Programm richtet sich in erster Linie an inländische KMU mit 20 bis 250 Beschäftigten, insbesondere an Unternehmen aus den Bereichen Fertigung, Produktion, Logistik oder anderen Branchen, die im Mehrschichtbetrieb arbeiten. Dies ist auch für den Landkreis Baranya eine relevante Zielgruppe: Die Industrie- und Fertigungsunternehmen des Landkreises, Zulieferbetriebe sowie Unternehmen der Maschinenbau-, Metall-, Leicht- und Lebensmittelindustrie stehen oft vor dem gleichen Problem. Sie müssen nicht nur neue Arbeitskräfte finden, sondern auch ihre bestehenden, geschulten Mitarbeiter halten, die über lokale Kenntnisse verfügen und mit den Unternehmensabläufen vertraut sind.
Eine der Kernbotschaften der Workshops zur Mitarbeiterbindung lautet, dass die Mitarbeiterbindung nicht allein eine Frage der Bezahlung ist. Die Fluktuation wird oft durch Kommunikationsprobleme mit der Unternehmensleitung, ungelöste Konflikte am Arbeitsplatz, Burnout, psychosoziale Risiken, psychische Probleme oder Probleme mit Substanzmissbrauch verursacht. In vielen Fällen verfügen Unternehmen nicht über eigene interne Instrumente, um diese Probleme anzugehen, insbesondere wenn ihnen eine eigene Personalabteilung oder ein Spezialist für Organisationsentwicklung fehlt.
Genau hier kann das Programm helfen. Ausgewählte Unternehmen können eine Unternehmensbewertung, maßgeschneiderte Entwicklungsempfehlungen, Feedback und Beratung durch Führungskräfte, Unterstützung bei der Organisationsentwicklung sowie fachkundige Beratung zu psychischer Gesundheit und Sucht erhalten. Ziel ist es, sicherzustellen, dass Probleme nicht als Einzelfälle behandelt werden, sondern dass Unternehmen ein umfassendes Verständnis ihrer eigenen Abläufe, Risiken und Verbesserungsmöglichkeiten gewinnen.
Der Marktwert des Dienstleistungspakets liegt zwischen 800.000 und 1 Million Forint, und ausgewählte Unternehmen können es kostenlos und zu 100 Prozent finanziert in Anspruch nehmen. Landesweit können nur 40 Unternehmen in das Programm aufgenommen werden; die Auswahl erfolgt nach der Reihenfolge des Eingangs der Bewerbungen und danach, inwieweit diese mit den Zielen des Programms übereinstimmen. Das Bewerbungsverfahren ist kurz und dauert etwa 3 Minuten; die Bewerbungsfrist endet am 7. August 2026.
Unternehmen können sich direkt über das Bewerbungsportal von Megtartó Műszakok für das Programm anmelden. Nach Einreichung der Bewerbung setzen sich die Programmexperten mit dem Unternehmen in Verbindung, um die Einzelheiten zu besprechen; anschließend kann der Diagnose- und Beratungsprozess beginnen.
In Baranya ist die Bindung von Arbeitskräften ein besonders wichtiges wirtschaftliches Thema. In vielen Branchen sprechen Unternehmen nicht mehr nur von Arbeitskräftemangel, sondern davon, dass die Bindung von Mitarbeitern mit den richtigen Qualifikationen, Zuverlässigkeit und Unternehmenserfahrung zu einer strategischen Priorität geworden ist. Die Einstellung, Einarbeitung und Einbindung eines neuen Mitarbeiters kostet Zeit und Geld, während die Fluktuation die Produktivität und das Arbeitsklima direkt beeinträchtigen kann.
Die „Retention Workshops“ sind daher nicht nur ein Beratungsprogramm, sondern auch eine Gelegenheit, Denkweisen zu verändern. Sie regen Unternehmen dazu an, die Mitarbeiterbindung nicht als reaktive Krisenmanagementmaßnahme zu betrachten, sondern als bewusste Aufgabe der Unternehmensführung. Wo Führungskräfte organisatorische Spannungen frühzeitig erkennen, offener kommunizieren und in der Lage sind, ihre Mitarbeiter zu unterstützen, bleibt das Team mit größerer Wahrscheinlichkeit stabil und der Betriebsablauf besser vorhersehbar.
Das Programm wird im Auftrag des Projekts zur Wirtschaftsförderung der Ungarischen Industrie- und Handelskammer und mit Unterstützung der ungarischen Regierung durchgeführt. Über die Industrie- und Handelskammer Pécs-Baranya können auch Unternehmen im Komitat Baranya und in der Region Südtransdanubien diese Möglichkeit nutzen.
In den kommenden Wochen wird sich zeigen, wie viele Unternehmen im Komitat Baranya dieses Programm in Anspruch nehmen werden. Für diejenigen, die rechtzeitig handeln, kann das Programm praktische Unterstützung bieten, um die Personalfluktuation zu verringern, stabilere Schichtpläne zu gewährleisten und den Arbeitsplatz von einem reinen Geschäftsort in eine unterstützende Gemeinschaft zu verwandeln.
Anmeldung:
Anmeldeportal für Bereitschaftsdienste
Quellen:
Industrie- und Handelskammer Pécs-Baranya: Maßnahmen zur Arbeitsplatzsicherung, 8. Juli 2026.
Industrie- und Handelskammer Pécs-Baranya: Programme zur Arbeitsplatzsicherung – Krisenmanagement statt Entlassungen, 5. Juni 2026.