Pécsvárad gehört zusammen mit seinem Einzugsgebiet zu den stärker entwickelten Regionen des Komitats. Seine Position wird durch die geografische Lage und die günstigen Verkehrsanbindungen gestärkt. Die Wirtschaft ist hauptsächlich industriell und logistisch geprägt. Aufgrund der Landwirtschaft, der mittelalterlichen Burganlage und des Erholungsgebiets am Dombay-See spielt jedoch auch der Tourismus eine bedeutende Rolle.
Verkehr und Logistik
Pécsvárad ist eine Ortschaft am Fuße des Kelet-Mecsek, die über eine hervorragende Verkehrsanbindung verfügt. Dies ist vor allem der Hauptstraße Nr. 6 zu verdanken, die direkt an der Stadt vorbeiführt und eine schnelle Anbindung sowohl nach Pécs als auch nach Szekszárd ermöglicht. Die Trassenführung der Hauptstraße ist sehr günstig, da sie südlich der bewohnten Gebiete der Stadt verläuft und im Wesentlichen als Umgehungsstraße fungiert, wodurch die Ortschaft vor den negativen Auswirkungen des Durchgangsverkehrs verschont bleibt. Das Industriegebiet wird jedoch durch die Straße geteilt, wodurch die dortigen Standorte äußerst leicht zu erreichen sind.
Die Kreisstadt liegt ganz in der Nähe, nur 20 km entfernt. Auch Szekszárd ist nicht weit: Das Zentrum des Kreises Tolna ist über die Straße 43 km entfernt. Das Schnellstraßennetz ist am nächsten am Autobahnkreuz der M6 zwischen Véménd und Palotabozsok erreichbar, das 21 km von der Stadt entfernt liegt.
Die wichtigste Verkehrsachse ist natürlich die Hauptstraße 6, deren Abschnitte in der Nähe der Ortschaft größtenteils in gutem Zustand sind. In nordöstlicher Richtung, nach Mecseknádasd, wurde der Abschnitt, der durch den Berg führt, kürzlich saniert.
Die nächstgelegene Bahnverbindung befindet sich in Pécs oder im ebenfalls etwa 20 km entfernten Bonyhád. Der Bahnhof in Pécs an der elektrifizierten Hauptstrecke bietet sowohl für den Personen- als auch für den Güterverkehr umfangreichere Möglichkeiten als der Nebenbahnhof in Bonyhád. Bei Ost-West-Transporten (in Richtung Kaposvár–Nagykanizsa oder Baja–Szeged) kann Letzteres aufgrund der Beschaffenheit des Streckennetzes jedoch sogar die bessere Wahl sein.
Die Frequenz und das Niveau des Nahbusverkehrs sind angemessen. Aufgrund der Lage der Stadt halten hier zahlreiche Fernbusse: beispielsweise die Busse, die Pécs mit Szekszárd oder Szeged verbinden, aber auch ein Teil der Busse, die nach Budapest fahren. Pécsvárad verfügt somit über eine direkte, umsteigefreie Verbindung zur Hauptstadt. Die wichtigsten Routen führen nach Pécs, Komló, Szederkény, Mohács und Bonyhád und bedienen dabei die Ortschaften entlang der Strecke. Die kleineren Dörfer der Umgebung (Erdősmecske, Apátvarasd) werden von Verbindungen erreicht, die direkt von Pécsvárad abfahren. Aus den meisten Richtungen sind die Voraussetzungen für den täglichen Arbeitsweg gegeben.
Infrastruktur und öffentliche Dienstleistungen
Pécsvárad ist eine gepflegte Kleinstadt mit einer gut ausgebauten Infrastruktur. Die Straßen im Stadtgebiet sind durchweg fest asphaltiert, und auch in den Straßen am Hang sind die Regenwasserableitungssysteme sorgfältig angelegt. Die Straßenausbesserungsarbeiten finden kontinuierlich statt und betreffen neben den bewohnten Gebieten auch die Wege in den Kleingärten, die typischerweise mit Erde oder Schotter befestigt sind.
Die Trinkwasserversorgung der Stadt wird von der in mehreren Komitaten vertretenen Mezőföldvíz Kft. gewährleistet, die gleichzeitig die örtliche Kläranlage und das dazugehörige Netz betreibt. Der Sitz einer der Hauptingenieurstellen des Unternehmens befindet sich in Pécsvárad.
Pécsvárad ist das Zentrum des gleichnamigen Landkreises, der 17 Ortschaften und mehr als 11.000 Einwohner umfasst. Aus diesem Grund befindet sich hier auch der Sitz des Bezirksamtes. Vor Ort sind eine Behörde für Verwaltungs- und Vormundschaftsangelegenheiten, ein Regierungsschalter sowie ein zweimal wöchentlich eingerichteter Kundendienst der Steuerbehörde tätig. Weitere Verwaltungsdienstleistungen sind in Pécs in Anspruch zu nehmen.
Die Nationale Agrarkammer unterhält in der Stadt ein Büro für Dorflandwirtschaft, das an jedem Tag der Woche für Kunden geöffnet ist.
Das Angebot an Gesundheitsdienstleistungen deckt die gesamte Grundversorgung ab. In Pécsvárad gibt es drei Hausarztpraxen für Erwachsene und eine Kinderarztpraxis, drei Zahnärzte, zwei Apotheken, einen Gesundheitsdienst und einen zentralen ärztlichen Notdienst. Die meisten von ihnen sind im modernen und zeitgemäß ausgestatteten Gesundheitszentrum untergebracht. Vor Ort stehen ein Labor für einfachere Untersuchungen sowie Physiotherapie zur Verfügung. Fachärztliche Sprechstunden können die Patienten in Pécs in Anspruch nehmen, und auch diejenigen, die eine stationäre Behandlung benötigen, werden in der Kreisstadt versorgt.
Ein gemeinsames Merkmal der Krippe, des Kindergartens und der Grundschule ist die aktive Pflege der deutschen Volkstraditionen. Letztere bietet neben dem traditionellen Unterricht auch eine künstlerische Ausbildung an. Die drei Kindergärten werden von 119 Kindern besucht, die beiden Grundschulen von 342. An der II. Béla-Oberschule werden einerseits im Rahmen eines 5-jährigen Technikums und einer 3-jährigen Berufsschule Berufe im Bereich der Ordnungskräfte und der öffentlichen Verwaltung unterrichtet, andererseits werden in 3-jährigen berufsbildenden Schulklassen Berufe der Lebensmittelindustrie (Metzger, Bäcker, Konditor) in 3-jährigen Berufsschulklassen vermittelt. In der beruflichen Sekundarausbildung lernen 292 Schüler.
Die wichtigste Organisation für die Zusammenarbeit in der Mikroregion ist der Regionalentwicklungsverband Zengőalja. Dieser verbindet 24 Ortschaften mit gemeinsamen historischen Wurzeln, die auf den Ländereien der ehemaligen Abtei von Pécsvárad liegen und überwiegend aus kleineren Dörfern bestehen. Ihr Zentrum ist Pécsvárad, weitere bedeutende Ortschaften sind Hidas, Hosszúhetény und Mecseknádasd. Ziel des Vereins ist es, in Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen und Wirtschaftsakteuren die Entwicklungskonzepte aufeinander abzustimmen, Ressourcen effizienter zu beschaffen und die im Tourismus schlummernden Möglichkeiten auszuschöpfen.
Wichtige Wirtschaftsakteure
Pécsvárad ist ein Industrie- und Logistikstandort, dessen wirtschaftlicher Handlungsspielraum entscheidend durch die Nähe zur Kreisstadt geprägt ist. Aus diesem Grund bestehen kaum nennenswerte Chancen für die Ansiedlung von Großunternehmen. Das Rückgrat des lokalen Produktionssektors bilden mittelständische Unternehmen, neben denen zahlreiche Klein- und Kleinstunternehmen tätig sind.
Erwähnenswert ist der Tourismus. Die Burg und die Abtei sind beliebte Sehenswürdigkeiten, und der Herbstmarkt ist eine Veranstaltung, die Massen anzieht. Die Gäste werden von einem hochwertigen Hotel (mit 3 Sternen oder gleichwertigem Service) sowie 10 Restaurants und Cafés erwartet.
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit hier einige Beispiele für die wichtigsten Unternehmen in Pécsvárad:
- Pannonpharma Gyógyszergyártó Kft. – Ein Unternehmen in ungarischem Besitz, das sich mit der Herstellung von Arzneimitteln sowie mit pharmazeutischer Analytik und Forschung und Entwicklung in der Pharmaindustrie befasst.
- Kresz & Fiedler Műanyagfeldolgozó és Szerszámkészítő Kft. – Ein ungarisches Unternehmen, das sich mit dem Spritzgießen von Kunststoffteilen und der Herstellung von Spritzgusswerkzeugen befasst.
- Domani Hu. Kft. – Ein Unternehmen in belgischem Besitz, das sich mit dem Handel von kunstvoll gestalteten Blumenvasen aus Ton, Stein und Metall befasst.
- Kelet-Mecsek Mezőgazdasági Kft. – Ein ungarisches Unternehmen, das sich mit Tierhaltung und Ackerbau sowie den damit verbundenen landwirtschaftlichen und technischen Dienstleistungen befasst.
- Schneider Fémipari Kft. – Ein ungarisches Unternehmen, das sich mit der Herstellung und Montage von Stahlkonstruktionen für Gebäude, der maschinellen Zerspanung, der CNC-Bearbeitung sowie der Herstellung von Edelstahl- und Aluminiumkonstruktionen befasst.
Flächen für wirtschaftliche Zwecke
Zwar gibt es in Pécsvárad bislang noch keinen Industriepark im rechtlichen Sinne, doch die Entwicklungspläne liegen bereits vor. Den Vorstellungen zufolge soll der Industriepark im südlichen Teil der Stadt, auf dem Gelände neben der Pécsi út, entstehen. Auf dem zu 100 % im Besitz der Gemeinde befindlichen Gelände sollen das interne Straßennetz, die Versorgungsleitungen, die Straßenbeleuchtung und das Videoüberwachungssystem, und es sollen zwei 1000 m² große Werkshallen errichtet werden, die von Unternehmern angemietet werden können.
Die meisten der wichtigsten Unternehmen konzentrieren sich weiter entfernt vom geplanten Industriepark, östlich des Pécsváradi-Baches, auf beiden Seiten der Hauptstraße 6. Dieses Wirtschaftszentrum kann auf Kosten der umliegenden, in Privatbesitz befindlichen landwirtschaftlichen Flächen erweitert werden.
Derzeit befinden sich im Besitz der Stadt vier Hektar Grünflächen und 8.000 Quadratmeter Brachflächen, die für wirtschaftliche Zwecke genutzt werden können. Hinzu kommen weitere 2,8 Hektar Brachfläche, das ehemalige Gelände der Mezőgép, das sich in Privatbesitz befindet, aber durch Kauf oder Pacht ebenfalls als Investitionsstandort geeignet ist.
Im näher an der Stadt gelegenen Teil des ehemaligen Militärschießplatzes stehen etwa 20 Hektar leer; deren wirtschaftliche Nutzung ist ebenfalls in den langfristigen Plänen vorgesehen.
Die Ferienanlage am Dombay-See zwischen Hosszúhetény und Pécsvárad, die verwaltungstechnisch zu Letzterem gehört, bietet Möglichkeiten für Freizeit- und Tourismusentwicklungen.
Für landwirtschaftliche Betriebe bietet der lokale Markt Absatzmöglichkeiten. Der Verkauf erfolgt im Freien an offenen Verkaufstischen.
Wirtschaftsförderung und Steuerpolitik
Der Satz der lokalen Gewerbesteuer beträgt in Pécsvárad 2 %, also den gesetzlich festgelegten Höchstwert. Die Gemeinde erhebt keine Gebäudesteuer und keine Grundsteuer, und die Höhe der Kurtaxe ist ausgesprochen günstig: nur 300 Forint pro Übernachtung.
Das System der vergünstigten Grundstücksverkäufe oder -vermietungen, das an Investitionen und die Schaffung von Arbeitsplätzen geknüpft ist, wird parallel zur Errichtung des Industrieparks ausgearbeitet.
Kommunale Investitionsvorhaben
Im Mittelpunkt der laufenden und kürzlich abgeschlossenen kommunalen Entwicklungsprojekte steht die Steigerung der Attraktivität der Gemeinde und der Lebensqualität der Einwohner. Großer Wert wird auf die Sanierung von Straßen gelegt, insbesondere auf die mechanische Stabilisierung von Straßen in Außenbezirken und in Kleingartenanlagen sowie auf die langfristige Sicherung ihrer Nutzbarkeit. Ein Schwerpunkt dieser Infrastrukturentwicklungen ist das Erholungsgebiet rund um den Dombay-See.
Die touristische Erschließung der Burg von Pécsvárad erfolgt in mehreren Schritten. Ziel ist es, das Potenzial des mittelalterlichen Denkmalensembles effizienter zu nutzen und die Besucherzahlen zu steigern.
Im Rahmen des „Grünen Stadtprogramms“, das Umweltaspekte in den Vordergrund stellt, wird derzeit der Szentháromság-Platz im Stadtzentrum saniert. Dazu gehören die Erneuerung der Bodenbeläge und Grünflächen sowie der Abriss der baufälligen Gebäude an der Straßenfront und der Neubau von Immobilien, die Platz für Geschäfte und Gastronomiebetriebe bieten.















