Das traditionsreiche Weinbaugebiet an den Südhängen des Villány-Gebirges prägt die Wirtschaft der Stadt maßgeblich. Die günstigen Verkehrsanbindungen erhöhen zusätzlich das touristische Potenzial von Villány.
Verkehr und Logistik
Die Stadt liegt am südöstlichen Rand des Villány-Gebirges, nur 17 km von der kroatischen Grenze entfernt. Ihre Lage ist besonders günstig: Sie verfügt über direkte, hochwertige Straßenverbindungen in Richtung Pécs und Osijek, während die stark befahrenen Hauptstraßen nach Süden – die Straße Nr. 56 über den Grenzübergang Udvar nach Beli Manastir und die Straße Nr. 58 über Drávaszabolcs nach Donji Miholjac – die Stadt umgehen. Villány verbindet somit eine gute Verkehrslage mit einer ruhigen, vom Durchgangsverkehr verschonten kleinstädtischen Umgebung.
Der Komitatssitz Pécs liegt 35 km, das Bezirkszentrum Siklós 14 km entfernt. Die nächstgelegene Hauptstraße Nr. 6 ist in Pécs über eine gut ausgebaute und gepflegte Straße erreichbar. Das Schnellstraßennetz liegt in ähnlicher Entfernung: Die Anschlussstelle Pécs-Kelet der M60 ist 25 km entfernt, die Anschlussstelle Szederkény–Bóly nur 17 km und ebenfalls über eine Straße guter Qualität erreichbar.
In naher Zukunft wird voraussichtlich die Verlängerung der Autobahn M6 bis zur kroatischen Grenze fertiggestellt, einschließlich einer Anschlussstelle für den Raum Villány. Später kann eine direkte Autobahnanbindung der Stadt entstehen, die ihre logistische Position und Erreichbarkeit weiter verbessert.
Die wichtigsten Verkehrskorridore Villánys sind die Straße nach Pécs und die Strecke über Siklós nach Harkány. Letztere ist dem Verkehrsaufkommen angemessen ausgebaut und in geeignetem Zustand. Für den Tourismus ist besonders vorteilhaft, dass fast auf der gesamten Strecke ein separater Radweg verläuft.
Die Stadt verfügt über gute Bahnverbindungen. Auf der Linie 65 verkehren von früh morgens bis spät abends alle zwei Stunden Triebwagen nach Pécs. Die Verbindungen eignen sich sowohl für tägliches Pendeln als auch für den Tourismus. Auch in Richtung Mohács besteht ein regelmäßiger Zweistundentakt, derzeit werden auf diesem Abschnitt jedoch die meisten Züge durch Busse ersetzt.
Viermal täglich je Richtung hält außerdem ein internationaler Zug, der Pécs mit Osijek in Kroatien verbindet; in Beli Manastir ist ein Umstieg erforderlich.
Der regionale Busverkehr ist gut ausgebaut und angemessen getaktet. Busse fahren häufig nach Harkány, Pécs, Bóly und Mohács, sodass die Stadt für Pendler und Touristen leicht erreichbar ist. Eine direkte Verbindung ohne Umstieg besteht auch mit Budapest: Der Bus fährt morgens von der Hauptstadt ab und am frühen Nachmittag von Villány zurück.
Infrastruktur und öffentliche Dienstleistungen
Das innerörtliche Straßennetz Villánys ist grundsätzlich in gutem Zustand und wird angemessen gepflegt. Das Stadtbild ist geordnet, und die Regenwasserableitung ist ausgebaut. Auch ein Teil der Wege durch die Weinberge oberhalb der Stadt besitzt eine feste Oberfläche. Für Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung ist die Dunántúli Regionális Vízmű Zrt. zuständig; Villány verfügt über eine eigene Kläranlage. Ein Fernwärmenetz ist nicht vorhanden.
Verwaltungsmäßig gehört Villány zum Bezirk Siklós, der mehr als fünfzig Gemeinden und über 34.000 Einwohner umfasst. In Siklós befinden sich die Bezirksabteilungen für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit, Behörden- und Vormundschaftsangelegenheiten, Beschäftigung und öffentliche Gesundheit sowie Grundbuchamt und Bürgerbüro. Letzteres unterhält in Villány eine an jedem Werktag geöffnete Außenstelle.
Die Ungarische Landwirtschaftskammer betreibt in der Stadt ein eigenständiges Kundenbüro.
Die örtliche Gesundheitsversorgung beschränkt sich im Wesentlichen auf die Grundversorgung. Verfügbar sind Haus- und Kinderärzte, Zahnarzt, Gesundheitsfürsorge, Apotheke und eine augenärztliche Fachsprechstunde. Die meisten Angebote befinden sich in einem modernen, gut ausgestatteten Gesundheitszentrum. Der zentrale ärztliche Bereitschaftsdienst und die nächstgelegene Rettungsstation befinden sich in Siklós. Fachsprechstunden und Laboruntersuchungen sind in Pécs oder Mohács verfügbar; stationäre Patienten werden überwiegend in den Universitätskliniken von Pécs behandelt.
Neben der Grundbildung stehen auch berufliche Ausbildungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die Stadt besitzt eine Kinderkrippe und einen Kindergarten für 78 Kinder. Die Grundschule bietet allgemeine und künstlerische Bildung und legt besonderen Wert auf den Deutschunterricht sowie die Pflege der Traditionen der deutschen Minderheit. Im Schuljahr 2020/21 besuchten sie 178 Schüler.
Die Landwirtschaftliche Berufsfachschule und das Schülerwohnheim Teleki Zsigmond bilden vor allem in Berufen des Weinbaus und der Weinherstellung aus. Neben regulären Techniker- und Berufsschulprogrammen gibt es einjährige Aufbaukurse für Personen mit bestimmten Qualifikationen sowie Vollzeit-, Fern- und kursförmige Erwachsenenbildung. Mit ihrem Lehrkeller und Wohnheim ist die seit mehr als einem halben Jahrhundert bestehende Schule ein wichtiges Zentrum der Ausbildung von Fachkräften für die Weinwirtschaft. Im angegebenen Schuljahr hatte sie 139 Schüler.
Jugendliche mit Hochschulplänen können ihre Ausbildung an Gymnasien in Siklós, Mohács und Pécs fortsetzen.
Die wichtigste kleinregionale Zusammenarbeit ist der in Siklós ansässige Verband der Grenzgemeinden Südbaranyas. Er vereint Kommunen, zivilgesellschaftliche Organisationen und Unternehmen aus 88 Ortschaften, um Entwicklungspläne abzustimmen und die Stärken der Region wirksamer zu nutzen.
Der Verband der Weinstraße Villány–Siklós, der die Produzenten der Weinregion zusammenschließt, war die erste Organisation dieser Art, die in Ungarn nach der politischen Wende gegründet wurde. Er befasst sich mit Unternehmensentwicklung, Festlegung und Kontrolle von Qualitätsanforderungen sowie Tourismusentwicklung und Weinmarketing.
Wichtige Wirtschaftsakteure
Villány besitzt ein stark landwirtschaftlich und lebensmittelwirtschaftlich geprägtes Profil. Dominierende Bereiche sind Weinbau, Weinherstellung und der darauf aufbauende Tourismus. Die Wirtschaft wird vor allem von ungarischen kleinen und mittleren Unternehmen mit starken lokalen Bindungen geprägt.
Daneben gibt es zahlreiche Familienbetriebe und Kleinstunternehmen mit höchstens wenigen Beschäftigten.
Die Bedeutung des Tourismus zeigen zwölf Beherbergungsbetriebe mit mindestens Drei-Sterne- oder gleichwertiger Qualität sowie 47 Restaurants und gastronomische Einrichtungen.
In naher Zukunft soll voraussichtlich die prioritäre Tourismusdestination Pécs–Villány entstehen. Innerhalb dieses Gebiets dürfte Villány neben Pécs sowohl hinsichtlich der Entwicklungsmöglichkeiten als auch des touristischen und marketingbezogenen Werts zur wichtigsten Attraktion werden. Die Einstufung kann der Stadt den Zugang zu neuen und deutlich umfangreicheren Entwicklungsressourcen eröffnen und ihr Wachstum weiter beschleunigen.
In Villány sind 733 Unternehmen registriert, darunter 171 Gesellschaften und 562 Einzelunternehmen.
Einige wichtige Unternehmen der Stadt sind:
- Villányi „Szársomlyó” Kft. – ungarisches Unternehmen für Ackerbau, Schweinezucht, Weinbau, Weinherstellung und Handel mit Agrarprodukten.
- AKA Kereskedelmi Kft. – Unternehmen im Eigentum der Familie Gere, tätig in Weinbau, Weinherstellung, Weinhandel, Gastronomie und Hotelbetrieb.
- Csányi Pincészet Zrt. – ungarisches Unternehmen für Weinbau, Weinherstellung und Weinhandel.
- GSH-Építő Kft. – ungarisches Unternehmen für Bauplanung sowie Tief- und Hochbau.
- Tomfer 66 Kft. – ungarischer Generalunternehmer im Hochbau.
- Sauska & Társa Borászati Kft. – ungarisches Unternehmen für Weinbau, Weinherstellung, Weinhandel, Gastronomie und Hotelbetrieb.
- Bock-Unternehmensgruppe – ungarische Unternehmen für Weinbau, Weinherstellung, Weinhandel, Hotelbetrieb und Gastronomie (Bock Panzió Kft. und Bock Pince Kft.).
- Günzer Tamás Pincészete Kft. – ungarisches Unternehmen für Weinbau, Weinherstellung, Weinhandel, Gastronomie und Hotelbetrieb.
- Wunderlich Borászati Kft. – ungarisches Unternehmen für Weinbau, Weinherstellung und Weinhandel.
Flächen für wirtschaftliche Nutzung
Die Unternehmen konzentrieren sich nicht an einem einzigen Standort; wirtschaftlich genutzte Flächen befinden sich an verschiedenen Stellen am Stadtrand. Die Kommune plant jedoch auf der südöstlichen Seite ein Gewerbegebiet im Bereich zwischen der Dózsa György út, der Ifjúság utca und der Umgehungsstraße. Diese Flächen befinden sich noch in Privatbesitz, ebenso wie weitere für Unternehmen geeignete Grundstücke entlang der Umgehungsstraße. Für die Einrichtung des Gewerbegebiets sind Grundstücksankauf und -teilung sowie der Bau der notwendigen Straßen und Versorgungsleitungen erforderlich.
Die Kommune besitzt derzeit 16 Hektar für Greenfield-Investitionen geeignete Flächen, die Investoren zur Verfügung stehen. Auf dem Immobilienmarkt sind außerdem kleinere private Grundstücke für wirtschaftliche Nutzung erhältlich.
In der Stadt gibt es keinen Produzentenmarkt. Fast jedes Weingut, einschließlich der kleineren Betriebe, verfügt jedoch über eine angeschlossene gastronomische Einrichtung, in der die eigenen Weine verkauft werden.
Unter den privaten Eigentümern bietet derzeit das Weingut Bock eine 0,56 Hektar große Brachfläche zum Verkauf oder zur Vermietung an.
Zu den Wirtschaftsentwicklungsplänen der Kommune gehört die Erschließung eines Thermalbrunnens. Dieser könnte einerseits lokalen Unternehmen und Einrichtungen als erneuerbare Energiequelle dienen und andererseits das touristische Angebot erweitern.
Geplant ist außerdem, den Standort der landwirtschaftlichen Berufsschule zu einem Gründerzentrum umzubauen, das Existenzgründer unterstützt und Aufgaben in Forschung und Entwicklung, Kreativwirtschaft, Softwareentwicklung und Design übernimmt.
Wirtschaftsförderung und Steuerpolitik
Wie in den meisten Gemeinden des Komitats beträgt die kommunale Gewerbesteuer in Villány den gesetzlichen Höchstsatz von 2 % der Bemessungsgrundlage. Die jährliche Gebäudesteuer beträgt 200 Forint pro Quadratmeter; für gewerblich genutzte Gebäude gilt der etwas höhere Satz von 250 Forint. Eine Grundstücksteuer erhebt die Kommune nicht.
Die Tourismusabgabe für Beherbergungsbetriebe beträgt 500 Forint pro Übernachtung.
Kommunale Investitionen
Ein vorrangiges Ziel der Kommune ist es, die Lebensqualität in der Stadt zu verbessern und ihre touristische Attraktivität zu erhöhen. Entwicklungen aus Eigenmitteln oder Fördermitteln dienen daher in der Regel zugleich den Interessen der Einwohner und der Besucher.
Eine der sichtbarsten Investitionen der vergangenen Jahre war die Einrichtung des Veranstaltungsplatzes, der als wichtigster Schauplatz der mehrmals jährlich stattfindenden Festivals dient. Bedeutende Mittel flossen außerdem in die Erneuerung von Einrichtungen, Straßen und Regenwasserableitung sowie in die Verschönerung des Stadtbildes. Die zunehmende Zahl von Solaranlagen auf kommunalen Immobilien und die Pläne zur Nutzung geothermischer Energie zeigen das Engagement für erneuerbare Energien.
Zu den langfristigen strategischen Zielen der Kommune gehört, dass Villány:
- zu einem regionalen Wirtschaftszentrum mit einer vielseitigen, auf Traditionen aufbauenden und der Größe der Stadt angemessenen Industrie wird;
- seine Bevölkerung hält, die Lebensqualität der lokalen Gemeinschaft verbessert und zugleich erneuerungsfähig bleibt;
- Stadtumwelt und Infrastruktur entwickelt und dabei den Umweltzustand der Region bewahrt und weiter verbessert.
Zur Verwirklichung dieser Ziele prüft die Kommune fortlaufend Fördermöglichkeiten und bemüht sich, möglichst umfangreiche Entwicklungsressourcen zu gewinnen.
















