Eine der bedeutendsten und auch im internationalen Kontext leicht nachvollziehbaren Neuigkeiten im Zusammenhang mit der industriellen Erneuerung von Pécs ist, dass Kontron Electronics Produktionsaktivitäten in die Stadt verlagert, die zuvor in China stattfanden. Hintergrund dieser Entscheidung ist ein rund 2 Milliarden Forint schweres Kapazitätserweiterungsprogramm, das von der Regierung mit 400 Millionen Forint gefördert wird; Das Projekt schafft 30 neue Arbeitsplätze und sichert laut Angaben zudem langfristig rund 300 weitere Arbeitsplätze am Standort Pécs.
Die Bedeutung der Investition liegt jedoch nicht in erster Linie in den Stückzahlen, sondern in dem Produkt- und Technologiebereich, der nach Pécs kommt. Kontron entwickelt am Produktionsstandort in Pécs die Herstellung von Hightech-Elektronikkomponenten und automatisierten Steuerungslösungen weiter, die den Anforderungen der Zulieferer in den Bereichen Medizintechnik, Luftfahrt und Robotik entsprechen. Diese Branchen stellen typischerweise hohe Anforderungen an Qualität und Rückverfolgbarkeit, weshalb der Produktionsanstieg auch mit einer zunehmenden Bedeutung von Kompetenzen in den Bereichen Produktionsunterstützung, Qualitätssicherung, Ingenieurwesen und Prozessentwicklung einhergeht.
Zu den konkreten Bestandteilen des Entwicklungspakets gehören die Einrichtung von zwei neuen Fertigungslinien sowie der Aufbau einer Photovoltaikanlage. Ziel der Kapazitätserweiterung ist es, dass die Kontron-Gruppe einen Teil ihrer in China betriebenen Produktion nach Ungarn, nach Pécs, verlagert.
Die Präsenz von Kontron Electronics in Ungarn ist nicht neu: Das Unternehmen ist seit 1991 im Land tätig, und die Produktionskapazität der Fertigungslinien in Pécs und Tab beträgt jährlich mehr als 1,8 Millionen Einheiten. Dieser Hintergrund ist deshalb von Bedeutung, weil die aus China verlagerte Produktion nicht „versuchsweise“ erfolgt, sondern auf eine Produktionsbasis übertragen wird, die bereits heute in industriellem Umfang produziert und eine integrierte Elektronik-Lieferkette gewährleistet.
Für Pécs und Baranya ist die Botschaft dieser Ankündigung eindeutig: Die Region ist nicht nur in der Lage, neue Kapazitäten aufzunehmen, sondern auch zurückkehrende, von der globalen Produktionsverlagerung betroffene Aktivitäten mit hoher Wertschöpfung. Das Aufkommen von Fertigungsaktivitäten im Zusammenhang mit High-Tech-Branchen stärkt in der Regel auch das lokale Umfeld von Zulieferern und Dienstleistern – von der industriellen Instandhaltung und Logistik über Qualitätssicherung und technische Unterstützung bis hin zu Kooperationen im Ausbildungsbereich.
Das Unternehmen baut auch im Bereich Personalbeschaffung und Nachwuchsförderung auf: Kontron informiert auf seinen eigenen Plattformen gezielt über Ausbildungs- und Praktikumsmöglichkeiten, was auch die Verbindungen zur lokalen Berufsausbildung und Hochschulbildung (insbesondere zur Universität Pécs) stärken kann. Die Erweiterung von Kontron in Pécs ist somit sowohl eine industrielle Investition als auch ein starkes Positionierungssignal: Pécs könnte sich in den kommenden Jahren zunehmend als Standort für internationale, hochtechnologische Fertigungs- und Ingenieursaktivitäten etablieren – in Bereichen, in denen Qualität, Know-how und die Zuverlässigkeit der Lieferanten die Grundlage für Wettbewerbsfähigkeit bilden.