Unter der Leitung der Universität Pécs wurde ein mit mehr als 6,3 Milliarden Forint gefördertes nationales Forschungs- und Entwicklungsprogramm durchgeführt, das sich mit den praktischen Anwendungen von Wasserstofftechnologien, der CO₂-Nutzung und der Speicherung erneuerbarer Energien befasste. Die Ergebnisse des Nationalen Labors für Erneuerbare Energien enthalten auch für Baranya eine wichtige Botschaft: Pécs und der Landkreis können sich immer stärker in die Wertschöpfungsketten von Investitionen in der grünen Industrie, der Energiewirtschaft und der Technologie einbinden.
Am 30. April 2026 wurde das Projekt „Nationales Labor für erneuerbare Energien“ abgeschlossen, das 2022 von der Universität Pécs als Konsortialführer unter Einbeziehung von neun ungarischen Partneruniversitäten und Forschungsinstituten ins Leben gerufen worden war. Das Projekt erhielt im Rahmen des Instruments für Wiederaufbau und Resilienz unter der Ausschreibung „Einrichtung und komplexe Entwicklung nationaler Labore“ eine nicht rückzahlbare EU-Förderung in Höhe von 6,304 Milliarden Forint.
Die Bedeutung des Programms liegt darin, dass es sich nicht nur um eine Forschungskooperation handelte: Ziel des Labors war die Entwicklung technologischer Lösungen, die Ungarns Energiewende, seine Energieunabhängigkeit und seine industrielle Wettbewerbsfähigkeit fördern können. Die beiden Hauptforschungsschwerpunkte des Projekts waren die Entwicklung von Wasserstofftechnologien sowie die Abscheidung, Speicherung und Verwertung von Kohlendioxid.
Zu den praktischen Ergebnissen der Entwicklung zählen Versuchsanlagen, die aus erneuerbarer elektrischer Energie grünen Wasserstoff bzw. synthetischen Flüssigkraftstoff herstellen können. In der im Science Park der Universität Szeged eingerichteten Teststation für Energieinnovationen wurden zwei Demonstrationsanlagen in Betrieb genommen: Die eine präsentiert die Power-to-Gas-Technologie, die andere die Power-to-Liquid-Technologie. Letzteres wurde in strategischer Zusammenarbeit mit MOL realisiert.
Im Rahmen des Projekts wurden neue Katalysatoren, Membranmaterialien, Weiterentwicklungen der Batterietechnologie sowie Lösungen zur Wasserstoffspeicherung entwickelt. Darüber hinaus hat das Labor das Weißbuch „Kohlendioxid-Speicherung und -Nutzung“ sowie Ungarns ersten CCUS-Strategieentwurf erstellt, der derzeit Gegenstand politischer Beratungen ist.
Warum ist das für Baranya wichtig?
Das Nationale Labor für Erneuerbare Energien ist zwar ein landesweites Projekt, doch für Baranya ist es von besonderer Bedeutung, dass die Initiative von Pécs aus unter der Leitung der Universität Pécs ins Leben gerufen wurde. Dies stärkt die regionale Position, auf die auch die Ziele der Wirtschaftsförderung und Investitionsförderung des Komitats aufbauen: Baranya kann sich auf der Investorenlandkarte nicht nur als Industriestandort, sondern auch als Zentrum für Wissen, Forschung und Innovation präsentieren.
Auch in den Entwicklungsdokumenten des Landkreises wird hervorgehoben, dass die Universität Pécs für Baranya eine Basis für die Zusammenarbeit in den Bereichen F+E+I und Energie sowie ein starkes Ausbildungsumfeld darstellt. In der regionalen Raumplanungsstrategie des Landkreises spielen eine nachhaltige Wirtschaft, die effiziente Nutzung strategischer Ressourcen sowie die Schaffung einer Wirtschaftsstruktur mit höherer Wertschöpfung eine gleichberechtigte Rolle.
Dieses Projekt passt auch deshalb zu den Bemühungen des Komitats Baranya um Investitionsförderung, weil das Komitat das Ziel verfolgt, das Volumen neuer Betriebskapitalinvestitionen und Reinvestitionen zu steigern sowie die Einbindung des Landkreises in die Investitionsprozesse der Europäischen Union und auf internationaler Ebene.
Wissen als wirtschaftlicher Vorteil
Grüner Wasserstoff, synthetische Kraftstoffe und die CO₂-Verwertung sind heute keine fernen Forschungsthemen mehr, sondern Schlüsselbereiche der industriellen Entwicklung im kommenden Jahrzehnt. Regionen, die gleichzeitig über Forschungsinfrastruktur, qualifizierte Arbeitskräfte, industrielle Kapazitäten und eine investitionsfreundliche Haltung verfügen, könnten im Wettbewerb um Investitionen in die grüne Industrie einen Vorteil erlangen.
Baranya verfügt in diesem Zusammenhang über starke Vorzüge. Die Hochschul- und Forschungskapazitäten von Pécs, die Industrieparks der Region, die geografische Lage an der südlichen Grenze sowie die Anbindungsmöglichkeiten an Kroatien und den Westbalkan können gemeinsam ein Investitionsumfeld schaffen, in dem nachhaltige Energie und die Umweltindustrie eine herausragende Rolle spielen können.
Die Etablierung einer Wissensbasis im Bereich der Wasserstofftechnologie an der Universität Pécs zeigt sich auch in der Arbeit des Hydrogen Center, dessen Ziel die Planung der auf erneuerbaren Energien basierenden Wasserstofferzeugung, -speicherung und -nutzung sowie die praktische Umsetzung von Demonstrationsprojekten ist.
Baranya auf der Karte der Energiewende
Die Schließung des Nationalen Labors für Erneuerbare Energien bedeutet nicht das Ende eines Prozesses, sondern die Festigung einer neuen Richtung in der Wirtschaftsentwicklung. Das Projekt hat gezeigt, dass die Wissensbasis in Pécs in der Lage ist, Forschungskooperationen von nationaler Bedeutung zu leiten und Ergebnisse in industriell-technologischen Themenbereichen vorzuweisen, die auch für Investitionsentscheidungen in den kommenden Jahren entscheidend sein können.
Für Baranya könnte der nächste Schritt darin bestehen, auf der Grundlage der Forschungsergebnisse, der Kompetenzen der Universität Pécs und der Instrumente zur Investitionsförderung des Landkreises gezielt jene Unternehmen anzusprechen, die nach Standorten für die Entwicklung in den Bereichen grüne Energie, Wasserstofftechnologie, Energiespeicherung, Umweltindustrie und der industriellen Dekarbonisierung nach einem Entwicklungsstandort suchen.
Die Botschaft des von Pécs geleiteten Projekts ist eindeutig: Baranya ist nicht nur in der Lage, den ökologischen Wandel mitzumachen, sondern ihn auch mitzugestalten.