Die wichtigste Erkenntnis der Fachkonferenz in Rádpuszta am 11. Dezember 2025 war, dass die Entscheidungsträger die Entwicklung der Region Süd-Transdanubien bis 2030 nicht als eine Reihe von isolierten, als eine Reihe von Projekten betrachten, die in den einzelnen Gemeinden separat ablaufen, sondern als einen groß angelegten, koordinierten regionalen Wandel.
Das formulierte Ziel – dass Süd-Transdanubien bis 2030 zu einer der attraktivsten Großregionen des Landes werden soll – ist an sich noch keine Maßnahme, aber anhand der Äußerungen auf der Konferenz wird deutlich, mit welchen Mitteln man dies in die Praxis umsetzen will: Es wird eine großräumige Raumordnungsstrategie erarbeitet, das neue Raumordnungsgesetz sieht hierfür sogar eine eigene Planungsebene vor, und das Programm „Wettbewerbsfähige Landkreise“ verspricht dazu kurzfristig einen greifbaren Umsetzungsrahmen.
Dr. Judit Czunyiné Bertalan, Staatssekretärin für Raumordnung im Ministerium für öffentliche Verwaltung und Raumordnung, brachte es auf der Konferenz (und in den dazugehörigen Erklärungen) im Wesentlichen auf den Punkt: Die Strategie ist nur dann von Wert, wenn sie nicht für eine einzelne Behörde erstellt wird, sondern auf gemeinsamem Denken basiert und die Akteure der Region dieselben Prioritäten als Leitlinien akzeptieren. Der Hintergrund dieses Gedankens ist sehr pragmatisch. Die vom Staatssekretär aufgeführten Probleme – Mängel bei den öffentlichen Dienstleistungen, begrenzte Beschäftigungsmöglichkeiten, Überalterung sowie Defizite in der Verkehrsinfrastruktur – sind allesamt Faktoren, die bei einer Investitionsentscheidung unmittelbar als Risiken ins Gewicht fallen: Gibt es ausreichend Arbeitskräfte, funktioniert der Pendlerverkehr, gibt es für Familien eine akzeptable Versorgungsinfrastruktur und wie berechenbar ist die Logistik in der Region? Auf der Konferenz wurden diese Verkehrsthemen mit konkreteren Aspekten verknüpft, beispielsweise der Überlastung der Eisenbahnkapazitäten und dem Fehlen von Radwegen zwischen den Ortschaften sowie die Belastung des Sozialversorgungssystems – das heißt, in den Fokus der Entwicklung gerieten nicht nur „Straßen und Industriegebiete“, sondern auch die für die Lebensqualität notwendigen, weniger spektakulären systemischen Rahmenbedingungen.
Die Botschaft der Konferenz kann als Wendepunkt angesehen werden, da die Lösung nicht von einem einzigen Großprojekt erwartet wird, sondern davon, dass sich die für die Funktionsweise der Region maßgeblichen Teilsysteme gleichzeitig weiterentwickeln: die Mobilität verbessert sich, die Dienstleistungsinfrastruktur stabilisiert sich, und die Gemeinden versuchen nicht, sich parallel zueinander zu entwickeln, sondern sich gegenseitig zu ergänzen. Dieser Ansatz wird auch dadurch gestützt, dass das Gesetz CII von 2023 über die Raumentwicklung die Strategie zur Raumentwicklung in Großregionen als eigenständigen Begriff festlegt, der ausdrücklich den Rahmen für eine koordinierte Planung über die Grenzen der Komitate hinweg bildet. Mit anderen Worten: Der „Großraum“ ist kein Kommunikationsbegriff, sondern eine Planungsebene, deren Aufgabe es ausdrücklich ist, das isolierte Denken der einzelnen Komitate zusammenzuführen und in eine gemeinsame Richtung zu lenken.
Unter den künftigen Maßnahmen scheint das Programm „Wettbewerbsfähige Landkreise“ kurzfristig das Instrument zu sein, mit dem die Region am schnellsten Ergebnisse erzielen kann, da das Programm ausdrücklich auf lokale, Zusammenarbeit auf Kreisebene aufbaut und die Ausgangsrahmen nach landesweiten Gesichtspunkten festlegt: Für Kreise mit Sitz in kreisfreien Städten ist von Mitteln in Höhe von 500 Millionen Forint, für andere Kreise von 250 Millionen Forint als Ausgangsbasis die Rede. Das allein löst zwar nicht alle Probleme, ist aber geeignet, damit die Gemeinden gemeinsam priorisierte, mehrere Standorte gleichzeitig bedienende Entwicklungsprojekte in Angriff zu nehmen – beispielsweise im Bereich Verkehr, öffentlicher Raum, Dienstleistungsorganisation oder lokale Infrastruktur, die die Funktionsfähigkeit der Region und damit auch das Investitionsklima unmittelbar verbessern.
Aus den auf der Konferenz vorgebrachten Argumenten folgt, dass die Entwicklung der Region Süd-Transdanubien bis 2030 nur dann realistisch wird, wenn die Strategie und die Finanzseite nach demselben „Schema“ funktionieren: Zunächst werden die fehlenden Verbindungen und Engpässe beseitigt (Durchlässigkeit, Pendlerverkehr, Erreichbarkeit), parallel dazu wird die Dienstleistungsinfrastruktur gestärkt, die für Lebensqualität sorgt (ohne die die Arbeitskräfte nicht gehalten werden können), daraufhin kann die nächste Welle der Wirtschaftsentwicklung aufbauen – mit Ansiedlungen von Industrieunternehmen, der Erweiterung des Zulieferer-Netzwerks sowie der Stärkung der touristischen und lokalen Wertschöpfungsketten. Der auf der Konferenz geäußerte Gedanke, dass die Ansiedlung eines größeren Arbeitgebers einen „Sogeffekt“ auslösen kann, fügt sich in dieses System ein: Eine Ankerinvestition allein reicht selten aus, aber wenn sie mit besserer Erreichbarkeit, einem organisierten Einzugsgebiet für Arbeitskräfte und stabilen Dienstleistungen einhergeht, kann die Ansiedlung von Zulieferern und verbundenen Dienstleistern tatsächlich beschleunigt werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Erkenntnis der Konferenz in Rádpuszta ist nicht, dass sich schon morgen alles ändern wird, sondern dass sich die Entwicklungspolitik in Südtransdanubien eindeutig in Richtung einer großräumigen Zusammenarbeit verlagert, und dafür werden derzeit gleichzeitig der strategische Rahmen (Großraumstrategie), die rechtliche und räumliche Koordinationslogik (neue Raumordnungsvorschriften) sowie die Möglichkeit schneller Maßnahmen auf Kreisebene (Programm „Wettbewerbsfähige Kreise“) geschaffen.
Wenn diese Stränge tatsächlich zusammenlaufen, kann die Region bis 2030 nicht nur mit mehr Entwicklungspunkten, sondern auch mit einer berechenbareren Funktionsweise und einer besseren Bindungskraft auftreten – was letztlich für die lokalen Gemeinschaften und die Investoren dasselbe bedeutet: weniger Reibungsverluste, mehr Stabilität und ein stärkeres, netzwerkorientiertes regionales Wachstum.
Quelle des Artikels: KaposPont