In Baranya hat sich das Angebot an Berufsorientierungsmaßnahmen im laufenden Schuljahr deutlich erweitert: Die vom Berufsbildungszentrum des Komitats Baranya und der Industrie- und Handelskammer Pécs–Baranya (PBKIK) organisierte Berufsinformations-Wettbewerbsreihe bot im Jahr 2026 mehreren Altersgruppen und in verschiedenen Branchen einen greifbaren, erlebnisorientierten Einblick in die Welt der Berufe. Im Mittelpunkt des Programms stand, dass Schüler, die vor der Berufswahl stehen – typischerweise der 6. und 7. Klasse –, nicht nur von den Berufen hören, sondern durch Aufgaben selbst erfahren, welche Fähigkeiten und Denkweisen für den jeweiligen Bereich erforderlich sind.
Die Wettbewerbsreihe umfasste in diesem Jahr sieben Branchen. Die technischen Bereiche wurden durch den Maschinenbau (Gép-ésszel), die Elektronik und Elektrotechnik (Villany-Ász), die Fahrzeugtechnik/Fahrzeugbau (AutóMánia) und das Bauwesen (Épít-ésszel); darüber hinaus gab es separate Wettbewerbe für das Gastgewerbe (Ide-süss!), den Handel (Blokk & Roll) und den Tourismus (Turizmustra). Die Themenauswahl zeigt deutlich, dass die Organisatoren sowohl die klassischen industriellen Anforderungen als auch den wachsenden Arbeitskräftebedarf im Dienstleistungssektor der Region im Blick hatten.
Der Wettbewerb erstreckte sich über drei Runden und dauerte mehrere Monate. In der ersten Runde machten sich die Teams anhand von Online-Aufgaben mit den Grundbegriffen und typischen Arbeitsabläufen der jeweiligen Branche vertraut. Die zweite Runde war bereits ausdrücklich auf kreative und praktische Fähigkeiten ausgerichtet: Die Schüler fertigten anhand der vom Berufsbildungszentrum bereitgestellten Materialien und präzisen technischen Beschreibungen Wettbewerbsarbeiten an, darunter Konstruktionen wie einen solarbetriebenen „Radfahrer“, einen windgetriebenen Hammermechanismus oder auch einen Muldenkipper. In die Aufgaben flossen auch mehrere lokal bezogene Motive ein: Die Themen umfassten den 500. Jahrestag der Schlacht von Mohács sowie die visuelle Welt von Vasarely, sodass neben dem technischen Denken auch kreatives Design und kulturelle Bezüge zum Tragen kamen.
Die Finalrunden waren keine einfachen „Abfrageaufgaben“: Die organisatorische Logik basierte darauf, dass die Kinder am Ende des Prozesses in der Lage sein sollten, zusammenzuarbeiten, ihre Aufgaben termingerecht zu erledigen und ihre Lösungen kurz vorzustellen. Im Mittelpunkt standen somit Kompetenzen, die auch für die spätere Berufswelt von grundlegender Bedeutung sind: Problemlösung, Teamarbeit, Kommunikation, Zeitmanagement, Anpassungsfähigkeit und kritisches Denken.
Eine der wichtigsten Besonderheiten der Wettbewerbsreihe ist, dass sie über den schulischen Rahmen hinaus auf einem starken wirtschaftlichen Fundament basiert. Das Centrum und die Kammer beziehen bei der Umsetzung des Programms auch Unternehmens-, Fach- und Clusterpartner mit ein, was nicht nur das Niveau der Wettbewerbe erhöht, sondern die Berufsorientierung direkt mit den tatsächlichen Anforderungen des lokalen Arbeitsmarktes verknüpft. Unter den teilnehmenden und unterstützenden Partnern befinden sich Akteure aus Baranya und dem ganzen Land – darunter Unternehmen aus den Bereichen Energie, Bauwesen, öffentliche Dienstleistungen und Fertigung –, was darauf hindeutet, dass der duale Ansatz und die praktische Darstellung der Berufe in der Region auf einer immer stärkeren, sichtbaren Zusammenarbeit beruhen. Im industriellen und dienstleistungsorientierten Umfeld von Pécs und Baranya ist die Attraktivität der beruflichen Bildung ein zentrales Thema: Für Investitionen in die Produktion und technische Dienstleistungen ist der größte Wert der verfügbare, lernfähige Nachwuchs, während in den Bereichen Tourismus, Gastronomie und Handel ein stabiles Arbeitskräfteangebot die Grundvoraussetzung für qualitativ hochwertige Dienstleistungen ist. Die Kernbotschaft der aktuellen Wettbewerbsreihe lautet, dass die Berufsorientierung in Baranya kein einmaliges Programm ist, sondern zunehmend ein System, das junge Menschen frühzeitig anspricht und ihnen durch Erfahrungen verständlich macht, „was“ ein Beruf im Alltag bedeutet – und damit die Fähigkeit des Landkreises stärkt, den Arbeitsmarkt mit Nachwuchskräften zu versorgen.