Für kleine und mittlere Fertigungsunternehmen hat sich eine neue europäische Chance eröffnet: Die zweite offene Ausschreibung im Rahmen des MANTRA-Projekts bietet Unternehmen, die auf umweltfreundlichere, digitalere und effizientere Betriebsabläufe umstellen möchten, Fördermittel in Höhe von bis zu 50.000 Euro sowie fachliche Unterstützung. Das Programm kann zudem als guter Einstieg für Industrieunternehmen im Landkreis Baranya dienen, um den Weg in Richtung Automatisierung, Energieeffizienz, datengesteuerte Betriebsabläufe und Lösungen der Kreislaufwirtschaft einzuschlagen.
Für produzierende Unternehmen stellt sich heute nicht mehr die Frage, ob eine technologische Erneuerung notwendig ist, sondern vielmehr, wie schnell und sicher sie neue Lösungen in ihre Betriebsabläufe integrieren können. Energiepreise, Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt, Unsicherheiten in der Lieferkette, Kundenerwartungen und Nachhaltigkeitsanforderungen zwingen Industrieunternehmen dazu, sich anzupassen. Das MANTRA-Projekt kann dabei praktische Unterstützung bieten und fördert nun die Transformation europäischer KMU im verarbeitenden Gewerbe durch eine neue offene Ausschreibung.
Nach Angaben der Industrie- und Handelskammer Pécs-Baranya können ausgewählte Unternehmen im Rahmen dieses Programms finanzielle und technische Unterstützung erhalten, um neue Lösungen zu erproben, fortschrittliche Technologien einzuführen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Die Förderhöhe kann bis zu 50.000 Euro pro Unternehmen betragen, und die Bewerbungsfrist endet am 30. September 2026.
MANTRA ist nicht einfach nur ein Förderprogramm, sondern eine europäische Transformationsinitiative. Ihr Ziel ist es, KMU aus dem traditionellen verarbeitenden Gewerbe den Zugang zu Technologien und Fachwissen zu erleichtern, mit denen sie ihre Betriebsabläufe messbar verbessern können. Das Programm wird im Rahmen von „Horizont Europa“ durchgeführt und unterstützt den ökologischen und digitalen Wandel von KMU im verarbeitenden Gewerbe durch den Einsatz fortschrittlicher Technologien und sozialer Innovationen.
Diese Chance könnte für Baranya von besonderem Interesse sein, wo eine der zentralen Herausforderungen der wirtschaftlichen Entwicklung darin besteht, wie lokale Industrieunternehmen den Übergang zu einem Geschäftsmodell mit höherer Wertschöpfung, mehr Modernität und größerer Stabilität schaffen können. Für Unternehmen in der Region, die in den Bereichen Maschinenbau, Metallverarbeitung, Lebensmittel, Kunststoffe, Textilien und anderen Fertigungszweigen tätig sind, sind Digitalisierung und Nachhaltigkeit mittlerweile direkte Faktoren für die Wettbewerbsfähigkeit. Wer effizienter produziert, genauer misst, weniger Energie verbraucht, seine Prozesse besser organisiert und schneller auf Kundenbedürfnisse reagiert, kann sich zudem eine stärkere Position innerhalb der Lieferketten sichern.
Die MANTRA-Ausschreibung unterstützt speziell diese Bereiche. Das Programm steht Projekten zur Unternehmenstransformation offen, die durch den Einsatz fortschrittlicher Technologien den ökologischen, digitalen und sozialen Wandel fördern. Dazu können unter anderem Machbarkeitsstudien, die Entwicklung von Prototypen, Pilotversuche, Demonstrationsprojekte, Beratungsleistungen sowie spezialisierte externe Dienstleistungen gehören, die einen konkreten Fahrplan für die technologische oder betriebliche Transformation unterstützen.
Eine der Stärken des Programms besteht darin, dass die Unterstützung über reine finanzielle Hilfe hinausgeht. Die Community-Plattform von MANTRA bietet zudem einen Partnervermittlungsprozess, fachliche Unterstützung, Mentoring und Weiterbildungsmöglichkeiten. Dies ist wichtig, da für viele KMU nicht die mangelnde Innovationsbereitschaft das Problem darstellt, sondern vielmehr der Mangel an Kapazitäten und fachlichem Know-how, um zu entscheiden, in welche Technologien es sich zu investieren lohnt, welche Schritte in welcher Reihenfolge zu unternehmen sind und wie die Entwicklung wirtschaftlich tragfähig gestaltet werden kann.
Für ein produzierendes Unternehmen im Komitat Baranya könnte dies ein sehr praktisches Thema sein. So könnte beispielsweise ein kleines Metallbearbeitungsunternehmen eine automatisierte Lösung zur Qualitätskontrolle testen, ein Unternehmen der Lebensmittelindustrie einen Prozess zur Senkung des Energieverbrauchs oder zur Abfallreduzierung entwickeln, ein Kunststoffunternehmen ein Modell zur kreislaufwirtschaftlichen Nutzung von Rohstoffen erproben und ein Maschinenhersteller ein datengestütztes Wartungs- oder Produktionsplanungssystem testen. Zu den geförderten Bereichen gehören KI und Big Data, fortschrittliche Fertigungstechnologien, digitale Lösungen und Robotik.
Diese Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen richtet sich speziell an KMU im verarbeitenden Gewerbe. Einzelantragsteller können sich bewerben; ein Konsortium ist nicht erforderlich. Die Begünstigten müssen KMU sein, die in einem EU-Mitgliedstaat tätig sind und in bestimmten Sektoren des verarbeitenden Gewerbes aktiv sind. Zu den förderfähigen Sektoren zählen unter anderem die Lebensmittelindustrie, die Metallindustrie, die Kunststoffindustrie, die Keramikindustrie und die Textilindustrie.
Auch die finanzielle Ausgestaltung der Förderung ist vorteilhaft: Laut der öffentlichen Ausschreibung können ausgewählte Unternehmen einen Pauschalzuschuss von bis zu 50.000 Euro erhalten; das Gesamtbudget für die zweite Ausschreibung beträgt 1,25 Millionen Euro, was die Förderung von bis zu 25 KMU ermöglicht. Die Laufzeit der geförderten Projekte beträgt 12 Monate und umfasst eine sechsmonatige Beratungs- und Vorbereitungsphase sowie eine sechsmonatige Umsetzungsphase.
MANTRA könnte eine besonders gute Gelegenheit für Unternehmen sein, die bereits den Bedarf an einem Technologiewechsel erkennen, aber noch keinen endgültigen Entwicklungsplan oder ein Netzwerk internationaler Innovationspartner haben. Das Programm kann Unternehmen dabei helfen, Schritt für Schritt ihre eigene Bereitschaft für den digitalen und ökologischen Wandel zu bewerten, die richtigen Technologiepartner zu finden und anschließend Lösungen zu testen, die später als Grundlage für größere Investitionen dienen könnten.
Aus wirtschaftlicher Sicht sind solche Initiativen für Baranya von großer Bedeutung, da neben groß angelegten Industrieinvestitionen auch die Wiederbelebung lokaler kleiner und mittlerer Unternehmen die Wettbewerbsfähigkeit der Region bestimmt. Die produzierenden Unternehmen des Landkreises können engere Verbindungen zu nationalen und internationalen Lieferketten knüpfen, wenn sie in der Lage sind, moderne Standards in den Bereichen Technologie, Qualität, Nachhaltigkeit und Datenmanagement zu erfüllen. Ein Pilot- oder Technologietest im Wert von 50.000 Euro bedeutet nicht zwangsläufig eine komplette Werksmodernisierung, kann jedoch einen Prozess in Gang setzen, der später zu groß angelegten Entwicklungen, neuen Märkten und einem stabileren Geschäftsbetrieb führen kann.
Eine weitere wichtige Botschaft des Programms ist, dass der ökologische Wandel und die Digitalisierung keine getrennten Wege sind. In der modernen Fertigung sind beide Bereiche zunehmend miteinander verflochten: Die Datenerfassung kann dazu beitragen, den Energieverbrauch zu senken, die Automatisierung kann die Materialeffizienz verbessern, die digitale Produktionsverfolgung kann zu weniger Abfall führen, und Lösungen der Kreislaufwirtschaft können den Weg für neue Geschäftsmodelle ebnen. Die MANTRA-Ausschreibung unterstützt Unternehmen genau mit diesem Ansatz im Blick.
Die Einreichungsfrist endet am 30. September 2026, daher könnten die Sommermonate für Unternehmen im Landkreis Baranya ein guter Zeitpunkt sein, um zu prüfen, welche Entwicklungsherausforderungen sie angehen möchten, welche Art von Technologiepartner sie benötigen und welche geschäftlichen Ergebnisse sie sich von einem Pilotprojekt versprechen. Um eine erfolgreiche Bewerbung zu gewährleisten, reicht es nicht aus, allgemein über Digitalisierung oder Nachhaltigkeit zu sprechen: Die Bewerber müssen eine konkrete geschäftliche Herausforderung, ein messbares Ziel und einen realisierbaren Weg zur Transformation darlegen.
Die MANTRA-Ausschreibung könnte daher eine gute Gelegenheit für KMU aus dem verarbeitenden Gewerbe im Komitat Baranya sein, die nicht nur mit den industriellen Veränderungen Schritt halten, sondern auch ihre eigene Zukunft aktiv gestalten möchten. Die Kombination aus finanzieller Förderung, fachlicher Unterstützung und Hilfe bei der Suche nach europäischen Partnern bietet einen Einstieg, der lokalen Unternehmen helfen kann, den Weg zu moderneren, effizienteren und nachhaltigeren Betriebsabläufen einzuschlagen.
Quellen:
Industrie- und Handelskammer Pécs-Baranya: Bis zu 50.000 Euro für KMU im verarbeitenden Gewerbe zur Förderung der Entwicklung, 22. Juni 2026.
Offizielle Website des MANTRA-Projekts: Über das MANTRA-Projekt
Offizielle Website des MANTRA-Projekts: MANTRA-Ausschreibung – Unterstützung von KMU im verarbeitenden Gewerbe bei der digitalen und grünen Transformation
Cascade Funding Hub: 2. MANTRA-Ausschreibung für KMU im verarbeitenden Gewerbe