Im südlichen Industriegebiet von Pécs entsteht derzeit ein Logistikzentrum mit einer Fläche von 14.200 Quadratmetern und einem Investitionsvolumen von 5 Milliarden Forint, das die Produktionsaktivitäten von BAT unterstützen soll. Zwar wird nicht erwartet, dass die Investition direkt Hunderte neuer Arbeitsplätze schafft, doch könnte ihre strategische Bedeutung weitaus größer sein: Sie wird die Exportkapazitäten der Werke in Pécs sowie die bereits angekündigte Werkserweiterung im Wert von 60 Milliarden Forint unterstützen.
Am 21. Oktober wurde der Grundstein für das Logistikzentrum gelegt, das CTP Hungary in Zusammenarbeit mit der Raben Group Hungary zur Unterstützung der Produktionsstätten von BAT in Ungarn errichtet. Den Plänen zufolge soll die Anlage, die Platz für 30.000 Paletten bietet, voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2027 fertiggestellt werden.
Der Wert der Investition wird auf etwa fünf Milliarden Forint geschätzt. Das Gebäude wird zudem die erste fertiggestellte Anlage im CTPark Pécs sein, was bedeutet, dass es sich nicht lediglich um ein Lagerhaus für ein einzelnes Unternehmen handelt: Das Projekt dient auch als erste Investition in ein neues Industrie- und Logistikentwicklungsgebiet. Nach Angaben von CTP wird das Zentrum im Rahmen einer „Build-to-Suit“-Vereinbarung errichtet, was bedeutet, dass die Anlage speziell auf die technologischen und logistischen Anforderungen ihres zukünftigen Nutzers zugeschnitten wird.
Nach der Werkserweiterung wird die Logistik folgen
Die Bedeutung dieser Entwicklung liegt vor allem darin, dass sie eng mit der bereits zuvor von BAT angekündigten Werksinvestition in Pécs verbunden ist. Vor zwei Jahren kündigte das Unternehmen ein Entwicklungsprojekt im Wert von rund 60 Milliarden Forint an, um eine 7.500 Quadratmeter große Anlage zur Herstellung von Nikotinbeuteln zu errichten.
Nach Angaben von BAT ist die neue Produktionsstätte eine der größten Anlagen dieser Art innerhalb des Konzerns, und ihre Produkte werden in fast fünfzig Länder geliefert. Nach Angaben der HIPA aus dem Jahr 2024 sollen durch den Ausbau der Anlage voraussichtlich 450 neue Arbeitsplätze entstehen. Das neue Logistikzentrum wird für die Lagerung, den Umschlag und den Vertrieb der hier hergestellten Produkte zuständig sein.
Pécs ist bereits einer der wichtigsten Standorte von BAT in Ungarn. Das Unternehmen betreibt in der Stadt drei Produktionsstätten und beschäftigt fast 1.200 Mitarbeiter. Das neue Zentrum sollte daher nicht als eigenständiges, von der lokalen Produktion unabhängiges Lager betrachtet werden, sondern vielmehr als nächster Schritt in der Logistikkette für die Produktion in Pécs.
Die Investition steht zudem im Einklang mit der internationalen Strategie von BAT. Nach den Plänen des Unternehmens soll die Zahl der erwachsenen Konsumenten, die rauchfreie Nikotinprodukte nutzen, bis 2030 von 35 Millionen auf 50 Millionen steigen, und bis 2035 hofft das Unternehmen, die Hälfte seines Umsatzes mit dieser Produktlinie zu erzielen. Dies sind die unternehmensinternen Geschäftsziele und keine unabhängigen Marktprognosen; sie erklären jedoch, warum der Produktions- und Logistikstandort in Pécs eine so wichtige Rolle spielt.
30.000 Paletten, Wärmepumpen und Solarmodule
Das 14.200 Quadratmeter große Gebäude wird über 30.000 Palettenstellplätze verfügen. Den öffentlich zugänglichen technischen Spezifikationen zufolge wird die Immobilie mit einer Wärmepumpenanlage ausgestattet, und auf dem Dach wird eine Solaranlage mit einer Nennleistung von 200 Kilowatt installiert.
Nach Angaben von CTP sind auf der Baustelle etwa 80 ungarische Arbeiter beschäftigt, und rund dreißig ungarische kleine und mittlere Unternehmen sind an dem Projekt beteiligt. Dabei handelt es sich jedoch in erster Linie um Aufträge und Arbeitsplätze, die an die Bauphase gebunden sind und nicht der künftigen Stammbelegschaft des Logistikzentrums entsprechen.
Pécs ist für Raben kein Neuland: Im Jahr 2021 eröffnete das Logistikunternehmen dort ein über 10.000 Quadratmeter großes Logistikzentrum, das auch Dienstleistungen im Bereich der Verbrauchsteuer- und Zolllagerung anbietet. Die neue Investition kann daher auf der bestehenden Logistikpräsenz in Pécs aufbauen.
Die Zahl der direkten Arbeitsplätze ist nicht der wichtigste Indikator
In der gemeinsamen Mitteilung der Investoren wird nicht genau angegeben, wie viele Mitarbeiter im neuen Lager beschäftigt sein werden. Frühere Berichte in der lokalen Presse sprachen von 15 bis 20 direkten Arbeitsplätzen im Logistikbereich, doch dies wurde in den jüngsten Mitteilungen nicht bestätigt.
Dies ist ein wichtiger Unterschied. Ein weitgehend automatisiertes, hochmodernes Lager benötigt in der Regel nicht so viele Mitarbeiter wie ein Produktionsbetrieb. Die wirtschaftliche Bedeutung des Projekts in Pécs liegt daher nicht in erster Linie in der Zahl der im Lager geschaffenen Arbeitsplätze, sondern in der Unterstützung des verarbeitenden Gewerbes der Stadt, der Sicherung der Exportaktivitäten und der Erhaltung bestehender Arbeitsplätze.
Das Projekt lässt jedoch einige Fragen offen. Die endgültige Mitarbeiterzahl des Zentrums, der Automatisierungsgrad und der Anteil der langfristigen Aufträge, die lokale Lieferanten während des Betriebs erhalten werden, sind noch nicht bekannt.
Es ist bereits klar, dass das Projekt über den Bau eines Lagers hinausgeht. Für CTP bedeutet es den Einstieg in den Industrieimmobilienmarkt in Pécs; für Raben ist es ein weiteres lokales Logistikprojekt; und für BAT ist es eine Voraussetzung dafür, die in der Stadt hergestellten Produkte in großen Mengen und zuverlässig auf internationale Märkte zu liefern.
Hauptquellen: Offizielle Projektankündigung von CTP Ungarn; Präsentation von CTPark Pécs; „Tobacco Magazine“, 21. Oktober 2026; „Store Insider“; „Szabad Pécs“; HIPA-Investitionsbroschüre.